Tauwetter: Feuerwehr in Alarmbereitschaft

Erst Schnee, dann Hochwasser: Tauwetter und starker Regen haben am Montag vielerorts die Pegel in Bächen stark ansteigen lassen. Bei den Feuerwehren wurden erste Vorbereitungen getroffen. Besonders gefährdet sind Eichenau und Gröbenzell.

Hochwasser Starzelbach

Fürstenfeldbruck – Für die Eichenauer Feuerwehr war es ein Kampf an zwei Fronten. Während ein Teil der Mannschaft noch beim Abschaufeln zugeschneiter Dächer im Oberland half, bereiteten sich die Kameraden in der Heimat auf ein mögliches Hochwasser am Starzelbach vor. „Die Lage ist angespannt aber noch nicht kritisch“, sagte der stellvertretende Kommandant Markus Handelshauser gestern Mittag. Sollte sich die Lage verschärfen, werde mann die Kollegen aus den Bergen zurückholen.

Im Auge hatten die Helfer vor allem zwei neuralgische Stellen im südlichen Teil der Gemeinde. Erfahrungsgemäß schwappt der Starzelbach dort als erstes aus seinem Bett. Die Anwohner seien sehr besorgt, sagt Handelshauser. Manche seien beim Anblick der Feuerwehrleute, die sich die Lage an einer Messstelle anschauten, sofort aufgeregt herausgestürmt.

Um im Fall des Falles sofort eingreifen zu können, richteten die Helfer ihr mobiles Hochwasserschutz-System her. Der mit Wasser gefüllte orangefarbene Schlauch soll im Notfall verhindern, dass der Starzelbach in tiefer gelegene Häuser fließt.

Auch im benachbarten Gröbenzell bereiteten sich Helfer von Feuerwehr und Bauhof auf Hochwasser vor. Im Auge hatten sie vor allem kleinere Gräben und Bäche. „In der Nacht ist das Wasser stark gestiegen“, berichtet Feuerwehr-Kommandant Christian Weirauch. Als Vorsichtsmaßnahme pumpten die Helfer am Montagmittag einen Entwässerungsgraben an der Wendelsteinstraße ab.

Zudem werde der Gröbenbach ständig überwacht – besonders eine neuralgische Stelle an der Dianastraße. Dort ufert das Gewässer häufig aus. „Wir haben aber noch Luft nach oben“, berichtet Weirauch. Vorsorglich wurde aber auch in Gröbenzell das mobile Schlauchdamm-System auf seinen Einsatz vorbereitet. Um die Lage abschätzen zu können, werde der Pegel des Gröbenbachs stündlich kontrolliert.

Beim zuständigen Wasserwirtschaftsamt München erwartete man zwar kein großes Hochwasser. Einzelne Ausuferungen seien aber möglich, erklärt Behördenleiter Christian Leeb. Größere Probleme im bebauten Bereich erwarte er nicht.

Relativ ruhig war die Lage an der Maisach. Zwar führte der Fluss viel Wasser, überschwappen werde das Gewässer aber nicht, sagte Maisachs Bürgermeister Hans Seidl. Das sei vor allem dem Umstand zu verdanken, dass die Böden nicht gefroren seien. Denn wenn der Frost im Untergrund steckt, kann dieser kein Wasser aufnehmen. Dann würde alles oberflächlich abfließen – mit entsprechender Hochwassergefahr. „Trotzdem sind wir wachsam“, sagte Seidl.

Text: Fürstenfeldbrucker Tagblatt

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