Nach Brand in Bruck: Bewohner brauchen Notunterkunft

Fürstenfeldbruck – Das Feuer wütete in einem Anbau, in dem unter anderem alte Stühle gelagert waren und in dem sich auch der Kühlraum der Gaststätte befand. Wegen der hochschlagenden Flammen und der Rauchentwicklung wurden die darüberliegenden Wohnungen teils schwer beschädigt.

Wohnhausbrand in Fürstenfeldbruck

Sieben Menschen wurden bei dem Feuer durch die Rauchentwicklung verletzt, zwei kamen mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus. Das Gebäude ist seither gesperrt. Für wie lange, steht noch nicht fest. Auch Florian Weber, Betreiber des Klubhouse (ehemals „Alte Liebe“), kann nur von außen versuchen, die Lage zu checken. „Ich weiß selbst nicht, wann ich wieder in meinen Laden darf“, sagt er. Weber hatte im Biergarten in Maisach von dem Brand erfahren und sah auf dem Weg nach Bruck bereits die Rauchsäule am Himmel stehen. Jetzt muss unter anderem die Statik des Gebäudes, insbesondere des Dachstuhls, überprüft werden.

Zudem wird nach Schadstoffen gesucht. Eine erste Schadenssschätzung der Polizei ging von über 500.000 Euro aus. Die Brandursache blieb auch am Donnerstag unklar, die Kripo ermittelt. Solange das Gebäude nicht betreten werden darf, brauchen die Bewohner eine Notunterkunft. Die Stadtverwaltung hat sich sofort mit den betroffenen Mietern in Verbindung gesetzt. Eine dreiköpfige Familie hat über ihren Arbeitgeber eine Bleibe gefunden. 

Zwei Alleinstehende sind bei Verwandten untergekommen. Lediglich bei einer Familie mit einem erwachsenen Sohn musste die Stadt helfen. Der Sohn zog zu Freunden, die Eltern kommen in einer Sozialunterkunft der Stadt unter. „Das wichtigste ist aber erst einmal, dass alle Verletzten auf dem Weg der Besserung sind und wohl keine bleibenden Schäden davontragen werden“, sagt Klubhouse-Betreiber Weber. Ihn selbst treffen die Umsatzeinbußen. 

Sein Dank gilt insbesondere der Feuerwehren, die am Feiertag so schnell vor Ort war. „Einige von ihnen hatten sogar noch ihr Trachtenhemd unter der Einsatzkleidung an“, berichtet Hans-Georg Stocker, dessen Familie das Haus gehört. Tatsächlich hatten viele Feuerwehrleute den Maifeiertag mit Familie oder Freunden beim Maibaum- oder Volksfest verbracht. Am Brandort hatte das Feuer den einzigen rückwärtigen Ausgang aus den Wohnungen blockiert. Ein Kind musste mit einer Drehleiter gerettet werden. Problematisch war auch der Zugang zum Brandherd. Nur eine sehr schmale Einfahrt führt in den betroffenen Innenhof. „Das Feuerwehrauto hat da gerade durchgepasst“, so Stocker. Und wäre es kein Feiertag gewesen, wäre Innenhof mit mehreren Autos zugeparkt gewesen. Wie Stocker berichtet, waren waren nur wenige Leute im Haus. Eine Familie habe gerade eine Verwandte vom Flughafen abgeholt, als das Feuer ausbrach. Als die Leute zurückkehrten, war der Feuerwehreinsatz bereits voll im Gange. Auch Stocker ist für die Einsatzkräfte voll des Lobes: „Hut ab vor deren Leistung. Ehrenamtlich so eine wichtige und kompetente Arbeit zu machen ist bemerkenswert.“

Text: Fürstenfeldbrucker Tagblatt

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