Kriegseinsätze der Freiwilligen Feuerwehr Eichenau

Urkunde Kriegseinsatz der Feuerwehr Eichenau

Die Einsätze während des 2. Weltkrieges, vor allem in München, zählten sicher zu den schwersten in der Geschichte der Feuerwehr Eichenau. Was die häufig gerade mal jugendlichen Wehrmänner und Wehrfrauen der Feuerwehr unter den vorherrschenden Bedingungen damals leisteten, ist heute kaum mehr vorstellbar. Viele der damals beteiligten Kameraden sind heute noch passive Mitglieder unserer Wehr, verstorbene Kameraden aus dieser Zeit sind noch fest in unserer Erinnerung. Die Abschrift des folgenden Dokumentes soll ihren Einsatz würdigen.

 

Auszüge aus dem „Luftschutz-Kriegstagebuch der Gemeinde Alling-Eichenau“ über Einsätze der Feuerwehr Eichenau und Begebenheiten Rund um Eichenau:

 

3. September 1940: 0:30-3Uhr Alarm. Leuchtschirme über Eichenau und Richtung Puchheim-Pasing.

 

19./20. September 1942: Großangriff auf München. .... Vom Roggenstein und vom Hügel im Scharwerkholz an der Olchingerstraße sah man da brennende München....Über Eichenau und in der Umgebung hatten die feindlichen Flieger Hetzflugblätter abgeworfen.

 

Vom  22.11.42 ab in Eichenau Alarm (Fliegeralarm) durch Hornsignal. Bürgermeister Eberth hat dieses Signal eingeführt, weil je nach Windrichtung die Sirenen von Fürstenfeldbruck und Puchheim (die nächsten um Eichenau) nicht zu hören oder nur schlecht zu hören waren.

 

21. Dezember 1942. Die Eichenauer Feuerwehr (Wehrführer Wiesmeier Georg) ist mit der Motorspritze um 21.30 nach München abgerückt, brauchte aber nicht mehr eingesetzt zu werden, kam am 22. Dezember 1.45 Uhr zurück. Ausgerückt waren mit Wehrführer Wiesmeier: Stangl Johann, Schmotz Anton, Thurner Albert sen., Dick Georg, Heigl Michael, Busianis Georg, Schlimper Otto, Steininger Joseph, Wolf Joseph, Schamberger Dominikus, Walter Leonhard, Oswald Franz, Schmotz Erwin, Schmid Peter.

 

Bei der Turnhalle Eichenau war eine Brandbombe gefallen, zahlreiche Brandbomben lagen auf Allinger Fluren; ein Holzhaufen geriet in Brand, das Feuer konnte aber sofort gelöscht werden. 400 Meter nordw. von Alling waren auf dem Höhenrücken zwei Sprengbomben (70-80m von einander entfernt) explodiert;

 

9./10. März 1943. Großangriff auf München in mehreren Wellen. ..Wieder sah man von Eichenau aus den Feuerschein der brennenden Stadt; man hörte das ununterbrochene Einschlagen der Bomben im Krachen der Flakgranaten....

 

Die Eichenauer Wehr war bei den Löscharbeiten in München eingesetzt; abgerückt am 10.3. um 1.30 Uhr, Rückkehr nach Eichenau 9.30 Uhr. Einsatz in der Borstei, Hildebrandstraße 7 und Lampadiusstraße 20. Dachstuhlbrand in großer Ausdehnung. Mit dem Wehrführer Wiemeier waren eingesetzt: Stangl Johann, Walter Leonhard, Schmid Peter, Kattner Franz, Busianis Georg, Heigl Michael, Schmotz Anton, Schmotz Erwin, Steininger Joseph, Schamberger Dominikus, Huber Georg, Thurner Albert sen. , Thurner Albert jun., Scherling Theo, Wolf Josef, Hofner Joseph, Glas Franz.

 

In Eichenau stürzte ein abgeschossener amerikanischer Bomber mit 7 köpfiger Besatzung (Kanadier) im Block 14 auf der Wiese an der Hoflacherstr. ab, außerhalb der Häuser, die dort aufhören. Trümmer und Leichenteile waren 3.500m zertreut; ein Mann der toten Besatzung lag zwischen den Häusern, ein Motor ungefähr 300m östlich des Starzelbaches. In den folgenden Tagen wurden noch Flugzeugteile und vor allem Munition im Walde gefunden... Von der Bevölkerung ist beim Absturz des abgeschossenen Flugzeuges niemand zu Schaden gekommen; ein Haus wurde durch Trümmer (Absturz eines Flügels) beschädigt. Schäden auch in Alling und Holzkirchen. Über Eichenau und Umgebung wieder feindliche Flugschriften abgeworfen...

 

Anfangs April hat der Polizeipräsident in München als örtliche Luftschutzleiter dem Landrat Fürstenfeldbruck ein Schreiben übermittelt, in dem für die beim Angriff auf München am 9./10. März aus dem Landkreis geleistete Hilfe gedankt und die Bitte ausgesprochen wird, allen eingesetzten Kräften den Dank und die Anerkennung für ihre Leistung auszusprechen. Es heißt in dem Schreiben: „Durch persönliche Inaugenscheinnahme und aus den eingegangenen Berichten habe ich feststellen können, dass sich die Männer bei den oft schwierigen Löscharbeiten bestens bewährt haben.“ Dieser Dank und diese Anerkennung gebühren auch der Eichenauer Wehr.

 

17. April 1943. Eichenauer Wehr 1.45 Uhr nach München, nicht eingesetzt, Rückkehr 4.00 Uhr. Abgerückt waren mit Wehrführer Wiesmeier: Schamberger Dominikus, Steininger Joseph, Thurner Albert sen, Thurner Albert jun., Oswald Franz, Weber Georg, Schmotz Erwin, Schmotz Anton, Walter Leonhard, Dick Georg, Wolf Joseph, Busianis Georg, Schlimper Otto.

 

7.September 1943. Wieder Großangriff auf München. Die Eichenauer Wehr ist um 1.55 Uhr nach München abgerückt; um 22.00 Uhr kam sie wieder zurück. Sie war auf folgenden Brandstellen eingesetzt: Kraelerstraße, Hansastraße, Isartalstraße, Dietramszellerstraße; die Motorspritze ist 13 Stunden gelaufen.

Eingesetzt waren mit Wehrführer Wiesmeier: Vesper Heinz, Walter Leonhard, Waller Simon, Huber Georg, Weber Georg, Thurner Albert jun., Vollath Paul, Wolf Albert, Schmotz Erwin, Schlimper Karl, Dick Georg, Busianis Georg, Schmotz Anton.

 

In Eichenau und Umgebung waren keine Schäden zu beklagen. Bei Olching ist ein feindlicher Bomber abgestürzt.

 

29. September. Der Kreisführer übermittelt besten Dank und Anerkennung vom Regierungs- und Polizeipräsidenten München, vom Abschnittskommandeur, Bezirksführer und Landrat an alle Wehren mit Motorspritze für die Einsatzleistung beim Angriff auf München am 7.9.43.

 

2./3. Oktober 1943. ...Wieder sah man den Feuerschein Münchens in Eichenau....Die Eichenauer Wehr ist am 3. Oktober 1.00 Uhr nach München abgerückt. Mit Wehrführer Wiesmeier die Wehrmänner Schmotz Anton, Thurner Albert jun., Dick Georg, Walter Leonhard, Huber Georg, Busianis Georg, Wolf Albert, Weber Georg, Schlimper Karl, Schmotz Erwin, Vesper Heinz, Penn Waldemar, Vollath Paul, Waller Simon, Thurner Albert jun., Schiling Franz, Veihler Josef, Steinhard Georg, Neumeier Max. Die Wehr ist um 18 Uhr zurückgekommen. Sie war bei einem Großbrand Herrenstraße 10 eingesetzt. Während des Löschens im Hause droht Hauseinsturz. Schmotz Anton macht rechtzeitig auf die Gefahr aufmerksam. Die Wehrmänner können das Haus noch verlassen. Hinter ihnen stürzt es mit drei anderen zusammen ein. Ein c-Schlauch, ein c-Strahlrohr und zwei Kupplungsschlüssel gehen dabei verloren. Der zweite Einsatz war Bürkleinstraße 10.

 

26. Januar 1944. Aufstellung einer Frauenfeuerwehr in Eichenau.

 22. Februar 1944. Gegen 13 Uhr bei heller Sonne Bomben auf Olching. 129 Sprengbomben, 55 amerikanische Flüssigkeitsbrandbomben (30kg schwer) wurden auf das Gemeidegebiet Olching abgeworfen. Eine größere Anzahl viel außerdem auf Fluren von Neuesting und außerhalb Olching, Richtung Roggensteinerstraße-Leiten, ohne Schadenswirkung. 21 Tote (3 Männer, 11 Frauen, 7 Kinder), 16 Schwerverletzte und 39 leichter verletzte waren als Opfer der Bomben zu beklagen... alles was konnte war sofort nach dem Angriff vorbildlich bei den Rettungsarbeiten, bi s Hilfe von auswärts kommen konnte. Die Feuerwehr Eichenau, von Fürstenfeldbruck aus alarmiert, rückte um 15 Uhr nach Olching ab; zum ersten mal wurden bei der Brandbekämpfung Mitglieder der neuen Frauenwehr eingesetzt. Dabei haben sich Schliefer Bertha und Rieblinger Anna die öffentliche Anerkennung des Kreisführers verdient. Um 18 Uhr traf die Wehr wieder in Eichenau ein.

 

: „...Ich spreche Ihnen nachträglich volle Anerkennung u. Dank für Ihren schneidigen Einsatz bei den Bränden in Olching aus. Ich kann mich auch der Hoffnung hingeben, dass Sie auch weiterhin in der Freiw. Feuerwehr Eichenau ihren Kameradinnen vorbildlich vorangehen u. auch diese zu dem so wichtigen Feuerwehrdienst aneifern“

 

 18. März 1944. Die Eichenauer Wehr ist um 15 Uhr nach München abgerückt; Rückkehr 20 Uhr. Sie wurde nicht eingesetzt. Mit Wehrführer Wiesmeier waren ausgerückt Schmotz Anton, Thurner Albert sen., Huber Georg, Busianis Georg, Huber Joseph, Schlimper Karl, Glonner Philipp, Waller Simon, Neumeier Max, Kugler Hans, Engelschall Max, Ramelsberger Theo.

 

 1. April 1944. ..Zum erstenmal wurde in Eichenau heute Alarm durch Läuten der Kirchenglocken Alarm gegeben....

 

 13. April 1944. ..Bei Alling Sprengbomben an der Straße nach Gilching.

 25. April 1944. Eichenauer Wehr um 3.30 Uhr nach München abgerückt. Mit Wehrführer Wiesmeier die Wehrmänner Huber Georg, Dick Georg, Weber Joseph, Kugler Hans, Vollath Paul, Vesper Heinz, Walter Leonhard, Schlimper Karl, Glonner Philipp, Schmotz Erwin, Thurner Albert, Neumeier Max, Schmotz Anton, Schilling Franz, Waller Simon, Ramelsberger Theo. Die Wehr war an folgenden Brandstellen bei Großbränden eingesetzt: Spatenbrauerei an der Marsstraße; Regina-Palasthotel; Hotel Continental. Die Wehr ist am Donnerstag, 27.April wieder nach Eichenau gekommen; sie ist 44 Stunden im Einsatz gestanden. Nach 32 Stunden ununterbrochenen Einsatzes musste ein Teil der vollkommen erschöpften Mannschaft ausgewechselt werden und durch inzwischen aus Eichenau herangeholte ältere Jahrgänge ersetzt werden. Das Dienstbuch der Wehr hebt ausdrücklich hervor: „Die Einsatzfreudigkeit besonders der jungen Kräfte war bei diesen enormen Anforderungen vorzüglich“. Unter den jungen Wehrmännern sind 16-jährige, und fast die ganze Wehr steht jeden Tag im harten Arbeitseinsatz, der unerbittlich wieder beginnt, wenn die Wehr von Brandeinsatz wieder zurückkommt. Das ist ein Ruhmesblatt, auf dem diese Männer, die jungen wie die älteren, mit ihrem Wehrführer für immer verzeichnet sein sollen.

 

 26. April. Dem Wehrführer Wiesmeier wird das Kriegsverdienstkreuz 2. Kl. verliehen. Die Auszeichnung wird ihm am 28. April überreicht.

 13. Juni 1944. In Eichenau ist im Scholl Garten eine Flakgranate explodiert, hat den Zaun zerstört. Ein Splitter durchschlug die Holzwand des Anbaues am Haus, blieb in der gegenüberliegenden Wand stecken. Am Südausgang des Ortes, in der Nähe der Freizeitkirche, in der Pfefferminz- und Hoflacherstraße sind Sprengkörper niedergegangen aber nicht explodiert.. An der Hoflacherstraße fielen außerdem 4 Brandbomben.

 

 11. Juli 1944. Eichenauer Wehr nach München abgerückt um 12.15 Uhr. Wehrführer Wiesmeier stieß in München von seiner Arbeitsstätte zu den Wehrmännern: Schliefer Luitpold, Bauer Joseph, Schleich Walter, Engelschall Max, Neumeier Max sen., Neumeier Max jun., Ramelsberger Theo, Schmotz Anton; auch Schliefer Bertha und Rieblinger Anna waren bei der Wehr. Die Wehr wurde nicht eingesetzt, sie kam 17.30 zurück.

 

 12. Juli 1944. Die Eichenauer Wehr wurde um 15 Uhr nach München abgerufen; dort stieß Wehrführer Wiesmeier von seiner Arbeitsstätte zu den Wehrmännern: Schliefer Luitpold, Bauer Josef, Schleich Walter, Engelschall Max, Neumeyer Max sen., Neumeyer Max jun., Vesper Heinz, Penn Waldemar, Waller Simon, Schmotz Anton, Steinhard Georg, Weber Joseph. Einsätze: Landesturnanstalt an der Schleißheimerstraße. Dann ab 5 Uhr morgens am Donnerstag 13. Juli Renatastraße18, Nymphenburgerstraße 120. Nach dem neuen Alarm und neuem Angriff am 13.7. vorm. Einsatz am brennenden Starnberger Bahnhof, hierauf Pfälzer Hof und Nachbargebäude. Um 23.50 Uhr am 13. Juli ist die Wehr wieder in Eichenau eingetroffen. Das Dienstbuch stellt fest: „Die Leistungen der Mannschaft waren vorbildlich.“

 

 19. Juli 1944. In Eichenau sind am Ortsrand gegen Puchheim drei Bomben gefallen, zwei in und an der Olchinger Straße, ein in den Waldbestand. Menschen kamen nicht zu schaden. Es entstanden hauptsächlich Dach-, Mauer- und Fensterschäden in 43 Häusern an der Olchinger, Allinger-, Zugspitz-, Zweig-, Göthe-, Ritter von Epp-Straße und am Waldfriedenweg.

 

 21. Juli 1944. In Eichenau sind wieder Bomben gefallen, diesmal in Wiesen- und Waldgelände Richtung Puchheim. Fensterschäden in der Umgebung.

 Ende Juli 1944. Wehrmann Anton Schmotz, Fahrer des Feuerwehrautos, wurde mit dem Kriegsverdienstkreuz 2. Kl. ausgezeichnet. Schmotz hat bei einem der Juli-Angriffe das Auto kaltblütig durch den Bombenregen in der Gegend der Donnersberger Brücke gesteuert.

 

Mitte September ist der Wehrmann Walter Leonhard mit dem Kriegsverdienstkreuz ausgezeichnet worden; er hat sich besonders beim Einsatz im Regina Palast Hotel in München verdient gemacht.

 22. September 1944. Die Wehr ist nicht abgerufen worden. Sie war alarmiert wie auch bei allen Angriffen im Juli und wird auch bei jedem Angriff alarmiert. Seit 12. Juli wurde sie nicht mehr abgerufen.

 

 4. Oktober 1944. Wehr alarmiert, nicht abgerufen.

 Anfangs November 1944. Wehrmann Vollath (17 Jahre alt) mit dem Kriegsverdienstkreuz ausgezeichnet für Einsatz im Juli in München.

 

 27. November 1944. Wehr war bereits um 4.50 alarmiert, wurde aber erst vormittags abgerufen. Abfahrt 10.30 Uhr, in München eingesetzt in dem Betrieb Holzstraße 49. Nach 4 1/2-stündiger Brandbekämpfung war der Brand bezwungen. An weiteren Brandstellen wurde die Wehr nicht eingesetzt. Mit dem Wehrführer Wiesmeier waren eingesetzt Huber Georg, Schmotz Anton, Bauer Joseph, Schleich Walter, Neumeier Max, Schilling Franz, Ramelsberger Theo, Waller Simon, Schwimmbeck Anton, Kammerer Xaver, Weber Joseph.

 

 17. Dezember 1944. Wehr abgerufen, 11.45 Uhr abgerückt, 0.26 an der Befehlsstelle Romanstraße eingetroffen. Einsatzbefehl an der Marsstr. 26 und 28 (Witwen- und Waisenkasse). Bei Ankunft der Wehr stand das Gebäude total in Brand, Eingreifen der Wehr war zwecklos. Weiterer Einsatz Herbststraße 10,12,14 u. 18. Dachstuhlbrand in großer Ausdehnung. Nach zweistündiger Brandbekämpfung Herbststr. 10 mit 3 c-Rohren war der Brand gelöscht. Neuer Angriff mit je 1 c-Rohr auf Herbststr. 12 und 14, dann 18. Nach 6 1/2-stündiger Bekämpfung und Räumung der betroffenen Gebäude wurde die Wehr wegen Einsturzgefahr zurückgenommen. Es herrschte starker Wassermangel. Bei der Abfahrt Autoschaden, der neuen Einsatz nicht mehr möglich machte. Auf Anordnung des Abschnittkommandos West musste der Wagen mit der Motorspritze und der Mannschaft durch die Wehr Germering nach Eichenau abgeschleppt werden. Eintreffen in Eichenau am Montag, 18. Dez. 14.30 Uhr. Mit Wehrführer Wiesmeier waren eingesetzt Neumeyer Max, Ramelsberger Theo, Schlimper Karl, Penn Manfred, Waller Simon, Schilling Franz, Schwimmbeck Anton, Schmotz Anton, Schmotz Fritz.

 

 7. Januar 1945. Schwerer Angriff auf München....Starker Anflug bei Nebel über Eichenau; das Krachen der  Flak verschwindet gegenüber dem Krachen des Beschusses aus den Feindflugzeugen; man hat den Eindruck, als ob Bombe um Bombe vor und in Eichenau falle, immer näher kam das Krachen; es waren aber hauptsächlich Bordwaffen die über Eichenau abgefeuert wurden. Bombe ist in Eichenau keine gefallen. Bei Alling sind zwei Bomben gefallen... bei Puchheim Bahnhof wurden mehrere Häuser durch Bombenwurf zerstört oder beschädigt......Bei Emmering sind mehrere Bomben gefallen; einige Häuser am Ortsrand wurden beschädigt. In Richtung Unterpfaffenhofen stand bald nach dem Anflug große Brandröte am Himmel, ebenso war Brandröte in Richtung Gröbenzell. Die Brandröte von München stieg immer höher. Die Eichenauer Feuerwehr war bereits um 20 Uhr alarmiert worden; sie sammelte im Schulhaus, in dessen Keller seit ungefähr 8 Wochen die Motorspritze und die Schläuche untergebracht sind. Durch den wiederholten Angriff verzögerte sich die Abfahrt, so dass die Wehr erst gegen 23 Uhr den Standort verlassen konnte. Eintreffen am der  der Befehls in Münchenstelle (Romanstraße 13) um 23.45 Uhr. Um 0.20 Uhr Einsatz Leonrodstraße 39 und Jutastraße 12. Bei Ankunft Leonrod­straße 39 stand der ganze Dachstuhl in Flammen, 2 c-Rohre wurden im Innenangriff eingesetzt, nach 6?stündiger Bekämpfung war der Brand endgültig gelöscht. Bei Ankunft Jutastraße war der Dachstuhl schon eingestürzt, 3. - und 2. Stock in Flammen. Durch die Löscharbeiten konnte ein großer Teil des Mobiliars gerettet werden. Innen- und Außenangriff über 10m hohe Leiter. Wasserweg 460m. Durch die weite Entfernung und die Vereisung der Schläuche waren die Löscharbeiten sehr erschwert, so dass von der Mannschaft Leistungen bis zur Erschöpfung verlangt werden mussten. Um 17.30 Uhr waren die Löscharbeiten beendet, Wehr entlassen. Eintreffen in Eichenau gegen 20 Uhr, so dass die Wehr rund 24 Stunden im Dienst war, davon 17 Stunden ohne Pause im schwersten Einsatz. Nach der Heimfahrt der vollständig durchnässten Mannschaft auf dem offenen Lastauto bei starker Kälte mußten noch die Spritze und das Schlauchmaterial, das schwer gelitten hatte, im Schulkeller untergebracht werden unter größter und aufopfernder Mühe der erschöpften Mannschaft. Mangels eines Trockenturmes ist die Reinigung und Trocknung der Schläuche in diesem großen Umfang fast unmöglich. Eingesetzt waren mit Wehrführer Wiesmeier: Schmotz Anton, Huber Georg, Dick Georg, Glonner Philipp (17 jahre alt), Merklein Leo (15 Jahre), Schwimmbeck Anton (15 Jahre), Neumeier Max, Maier Hans (15 Jahre), Lais Jakob, Ramelsberger Theo (16 Jahre), Eberl Rudolf (16 Jahre), Steinhard Georg (16 Jahre), Kugler Willi (15 jahre) Die Leistungen der jungen Mannschaft waren hervorragend wie die der Älteren.

 

Der Einsatz vom 7. zum 8. Januar war einer der schwersten für die Eichenauer Wehr. Immer wieder Vereisung der Schläuche. Mit vereisten Schläuchen auf die 10m hohe Leiter. Nach 17 stündigem pausenlosen Einsatz Rückfahrt der völlig erschöpften und durchnässten Mannschaft auf offenem Auto durch die kalte Nacht. Wehrführer Wiesmeier, sonst ein außerordentlich widerstandsfähiger Mann, kam nicht unbedenklich erkrankt zurück, war aber nach 10 Tagen wieder auf dem Posten.

 

Willi Prestl, Stand 2003

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